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Donnerstag, 31. Oktober 2013

... Taxifahrer verdauen - Fortsetzung

Der Raser
Er kann uns nicht schnell genug wieder loswerden und rast dermassen über Stock, Stein und Hubbel, dass man sich nach alle Richtungen absichern muss.

Der Arbeitsunwillige
Von denen gibt es deren zwei:
1. Es ist ihm zu weit, zu steil, zu spät, oder wir sind ihm unsympathisch, was auch immer, wir kommen gar nicht erst in das Taxi rein.
2. Nachdem wir einen Preis abgemacht haben, hat er uns mitten im Kreisel an seinen Sohn übergeben, weil ihm der Preis zu niedrig war und er keine Lust hatte, uns dafür nach Jerash zu fahren.

Der Kranke
Es ist schwierig, ihn ohne begleitende Gesten zu beschreiben. Wir wissen auch nicht genau, was los war. Jedenfalls hat er jedes Mal, wenn unser schuleigener Hahn im Korb mündlich etwas loswerden wollte (und das wollte er ununterbrochen), mit Anlauf gehustet. Man stelle sich das folgendermassen vor: er legte den Kopf in den Nacken, um dann einen trockenen Huster vom Stapel zu lassen, den man auch mit Keuchhusten verwechseln konnte. Als wir dann die Klappe gehalten haben, wurden auch die Huster weniger. Jedenfalls waren wir sehr froh, vor den Ferien unsere Impfungen aufgefrischt zu haben.

Der Zuverlässige
Ja, auch die gibt es! Unser Fahrer Motassem war ein riesen Schatz, höflich, vorsichtig, und sorry wenn ich das so sage aber sehr gepflegt (keine Selbstverständlichkeit). Immer pünktlich und zuverlässig. Sollte jemand mal nach Jordanien gehen und einen Fahrer brauchen, fragt mich nach seiner Nummer! Und auch wenn es sich nicht so anhört, eigentlich hatten wir fast immer Glück mit unseren Taxifahrern. :-)



Im Übrigen war unsere Busfahrt nach Salt auch fahrtechnisch ein kleines Abenteuer... Einmal dachte ich, dass wir gleich aus der Kurve fliegen. Aber dann Rede ich mir immer ein, dass die ja den Verkehr und die verrückten Fahrer hier kennen und schon wissen, was sie tun. Wird wohl auch so sein, sonst hätten wir schon längst einen Unfall gehabt.

Montag, 28. Oktober 2013

... Bewundern vom Wadi Rum

Der letzte Abschnitt unseres Kurztrips in den Süden führte uns ins Wadi Rum. Dort bezogen wir in einem Zelt Quartier und bewunderten den Sonnenuntergang in der Wüste.





In unserem Beduinencamp wurde eine Party veranstaltet, zu der auch die Bewohner der anderen Camps eingeladen waren. Zu Essen gab es leider nichts besonderes: Salate, Hummus und Fleisch. Die Musik war zwar einen Tick zu laut, aber die Stimmung war wirklich super, ich habe viel getanzt und meine Begleiterinnen sind auch ab und zu dazu gekommen. Der Vollmond schien so hell, dass wir ihn erst für einen Scheinwerfer gehalten haben! Besonders gut gefallen haben uns zwei junge saudische Pärchen, die als einzige miteinander getanzt haben (sonst gab es nur strikt nach Geschlechtern getrennte Gruppen) und die so eine tolle Ausstrahlung hatten, dass ich mich wirklich wie ein Troll gefühlt habe. Es gab auch einige kleine Mädchen, die getanzt haben und das wirklich schon toll gemacht haben. Total süss!
Das Foto ist leider nicht besonders gut, aber darauf zu sehen sind die beiden Saudipärchen. :-)


Nach einer kalten, aber recht gemütlichen Nacht schwangen wir uns auf unsere Kamele, um einen kurzen Ritt in der Morgendämmerung zu unternehmen. Es war lustig, ich bin das erste Mal auf einem Kamel geritten. Viel von der Landschaft gesehen haben wir aber nicht, da wir uns nur im Umfeld des Camps aufhielten.


Nach einer kurzen Pause ging unsere Jeeptour los. Zunächst suchten wir den sogenannten "mushroom" auf.



In der Nähe befindet sich die urzeitliche Zeichnung eines Kamels.


Weiter ging es zu den sieben Säulen der Weisheit des T. E. Lawrence (Lawrence of Arabia- muss mir den Film unbedingt mal wieder anschauen). Die Felsformation ist wirklich schön anzusehen, so wie überhaupt die ganze Landschaft im Wadi Rum.



Des weiteren sahen wir zwei natürliche Steinbrücken und weitere urzeitliche Bilder, die in den Fels geritzt wurden. Von einem Beduinen bekamen wir Tee, er sang uns auch etwas auf seiner selbstgebauten Rababa vor.






Zum Abschluss besuchten wir noch das Fort von Lawrence, das aber sehr heruntergekommen ist und das man auch nur von aussen ansehen kann.


Damit war unser Ausflug eigentlich auch schon zu Ende und wir mussten uns auf den Heimweg machen, um nicht allzu spät in Amman anzukommen. Am nächsten Tag hatten wir schliesslich wieder Schule. Zum Schwelgen hier noch ein paar Landschaftsbilder aus dem Wadi Rum, auf denen man auch die verschiedenen Arten und Farben des Sandes sehen kann:










Sonntag, 27. Oktober 2013

Immer wieder sonntags...

|Gesehen| CSI
|Gelesen| Atonement von Ian McEwan - bin bei ca. 85%!
|Gehört| wilden Musikmix am spontanen Tanzabend im Wohnheim
|Getan| mit einigen Frauen im Wohnheim getanzt, auf der Polizeistation mein Visum verlängert, Qasr Amra, Kharana und Azraq besucht
|Gegessen| türkische Pida mit Käse und Tomaten
|Getrunken| Wasser
|Gedacht| warum lässt eine Mutter ihr ca. achtjähriges Kind im Restaurant mit voller Lautstärke ein Ballerspiel spielen?
|Gefreut| über den lustigen Tanzabend
|Gelacht| im Unterricht, mit unseren Wohnheimsmitbewohnerinnen, mit den anderen Sprachschülern, vor allem mit meinem Ex-Theresianistenkollegen
|Geärgert| über unsere Sprachschule, die keinen Finger gerührt hat, um uns bei der Verlängerung unserer Visa zu helfen, über die saudische Regierung
|Gewünscht| cheesy, ich weiss, aber dass endlich Frieden und Normalität im Nahen Osten herrscht. Die Region ist trotz aller Probleme so toll, warum alles durch Kriege und Konflikte kaputt machen?!
|Gekauft| Lebensmittel, Stoff (aber nicht für mich!)
|Geklickt| meine Blogliste

... Empörung

Nun ziehts mir also echt die Schuhe aus. Wir haben sehr verstörende Bilder aus Saudi Arabien im Fernsehen verfolgt, bei denen Männer aufs aggressivste eine Gruppe Frauen verfolgten und sogar handgreiflich wurden, so dass sich die Frauen ebenso handgreiflich schützen mussten. Wir wussten nicht wirklich, worum es ging. Hier Artikel dazu: Protest gegen Fahrverbot, Fahrverbot: Saudi Arabiens Frauen wollen endlich ans Steuer

Ich kann nicht glauben, was in diesem Land passiert. Allein schon, dass es Frauen nicht gestattet ist, Auto zu fahren. Eine Frau, die nachts ihr Kind notfallmäßig ins Krankenhaus fahren musste, ist deswegen im Gefängnis gelandet. Und nun droht der Staat, nicht nur Frauen zu bestrafen, die hinter dem Steuer sitzen, sondern alle, die dies unterstützen.

Was sind das für Menschen, die so kranke Gedanken haben?! Sind Frauen nicht Teil der Gesellschaft? Ohne Frauen gäbe es keine Menschen! Klar, ohne Männer auch nicht, aber das ist nicht das Thema. Inwiefern wird Diskriminierung von Frauen überhaupt gerechtfertigt? Und was sind das für Männer, die ihre Frauen nicht unterstützen? Das sind keine Männer, das sind Waschlappen.

Ich kann gar nicht richtig ausdrücken, was in mir vorgeht. Das sind solche Perversionen des Lebens, die mich absolut sprachlos machen. Und dann gibt es Frauen, die das auch noch unterstützen, weil irgendein Arschloch das mal zum Gesetz erhoben hat.

Shame on you, Saudi Arabia! Und shame on you, Gesellschaft, dass du das zulässt.

Irgendwie muss ich da was tun. Seitdem ich hier bin, habe ich so viel Unverständliches und Diskriminierendes erlebt, was die Situation von Frauen betrifft, dass ich da nicht mehr still sitzen möchte. Wer ist dabei?

Zum Abschluss noch dieses nette Lied, das die Situation ganz gut wiedergibt:
No woman, no drive
"Enjoy"!



Freitag, 25. Oktober 2013

... Wanderungen durch die Nabatäerstadt Teil 2

Letzte Woche Freitag war unser zweiter Tag in Petra. Diesmal hatten wir vor, zum Opferplatz zu wandern. Hoffe, man kann auf dem Plan was erkennen... Ansonsten hilft Freund Google weiter!




Unterwegs setzten wir uns zu einer jungen Beduinin, die uns Tee gab. Wir haben bestimmt eine halbe Stunde mit ihr geplaudert, sie hat uns einiges über ihr Leben und ihre Ausbildung erzählt. Ein wirklich liebes Mädchen! Sie sprach sehr gut englisch, das sie nur von den Touristen gelernt hat.

Am Opferplatz hatten wir wieder einen tollen Rundumblick. Anscheinend ist belegt, dass die Nabatäer ihren Göttern auch Menschen geopfert haben. Gut zu sehen waren auch die beiden Obelisken, die irgendwie fehl am Platz wirkten. Was sie darstellen sollen, wurde bislang auch noch nicht herausgefunden.






Danach ging es nochmal 1,5 Stunden durch ein Wadi zurück zur Hauptstrasse Petras. Das Wadi war atemberaubend schön! Vorbei kamen wir dabei am Löwenrelief, dem Gartentempel und dem Soldatengrab.









Ich glaube ja, dass George Lucas in Jordanien war, bevor er Star Wars gedreht hat. Ist auf dem 5. Foto leider schwer zu erkennen, aber ich kam mir vor wie auf Tatooine... Meine Theorie wird später in einem anderen Beitrag noch untermauert! :-)

Wie auch immer! Am Ende unserer Wanderung kamen wir wieder beim Qasr al Bint und dem grossen Tempel raus. Sehr angenehm war, dass fast keine Touristen unseren Weg genommen haben, da er ja etwas abseits liegt. Aber gelohnt hat es sich sehr! Wir haben auch noch einen tollen Blick auf die Königsgräber werfen können, für die wir leider keine Zeit mehr hatten. Aber man muss sich ja noch was fürs nächste Mal aufsparen.





Danach haben wir uns auch schon auf den Weg ins Wadi Rum gemacht. Zum Abschluss gab es noch einen grandiosen Ausblick auf das ganze Gelände von Petra:



Da nur sehr wenig von Petra erforscht ist, gibt es beim nächsten Besuch bestimmt wieder Neues zu entdecken. Ich jedenfalls war nicht zum letzten Mal dort!


Mittwoch, 23. Oktober 2013

... Taxifahrer verdauen

Der Softie
Hat uns mit Céline Dion und Mariah Carey beschallt - so hääärzig!

Der Gauner
Wollte für eine Strecke 10JD haben, die normalerweise nur 2,5JD kostet. Ist dann so einen Umweg gefahren, dass 4JD auf dem Zähler standen. Und dann wollte er von jeder von uns 4JD. Wir haben ihn stehen gelassen. Für wie blöd hat der uns gehalten?

Der DJ
Hat so laut Musik gehört, dass jegliche Unterhaltung unmöglich war. Aber wenigstens war es normale Musik, nicht wie bei der nächsten Kategorie:

Der Religiöse
Von denen hatten wir schon ein paar. Sie hören Korangesang im Taxi. Das ist, als wenn sich bei uns ein Taxifahrer nonstop Messen anhören würde, oder?

Der Frauenheld
Fragen nach dem Zivilstand und Komplimente in Endlosschleife hat er besonders gut drauf.

Der Stinker
Leider hat unser Fahrer in den Süden drei Tage dasselbe Hemd getragen. Vielleicht kannte er auch einfach keine Deos. Jedenfalls waren wir stets froh über den Fahrtwind, der durch die offenen Autofenster wehte. Ansonsten war er aber sehr freundlich und zuverlässig.

Der richtig Grusige
Bei dem hatten wir den Eindruck, als sei er betrunken. Ein richtig alter Sack mit dreckiger Lache, der uns zur Polizeistation gefahren hat. Hat uns noch netterweise seinen abgestandenen kalten Kaffee aus seinem angekauten Becher angeboten. Wäre die Fahrt auch nur eine Minute länger gegangen, wären wir wahrscheinlich aus dem fahrenden Auto gesprungen.

To be continued... Hoffentlich nicht! :-)



Dienstag, 22. Oktober 2013

... Wanderungen durch die Nabatäerstadt Teil 1

Ich teile meinen Kurztrip in den Süden Jordaniens in drei Teile auf, da es sonst eine zu grosse Bilderflut gibt.

Am Donnerstag Morgen wurden wir von unserem Fahrer abgeholt. Die Fahrt nach Petra dauerte ca. 2.5 Stunden. Wir wurden vor dem Eingang abgesetzt, kauften ein Zweitagesticket und ein Ticket für Petra by Night und los ging es.

Zunächst wird man 1000 Mal gefragt, ob man mit dem Pferd reiten will. Wollten wir nicht. Dann geht es mit den Menschenmassen durch den Siq, bis man zum sogenannten Schatzhaus, dem Khazne Faraun kommt. Da bleibt einem dann doch erstmal der Atem stehen, so beeindruckend hoch und schön ist dieses Grab.







Nun gingen wir nach rechts in Richtung Königsgräber, die wir aber nur von unten gesehen haben, vorbei am Theater, in dem an die 8`500 Zuschauer Platz fanden, und weiter zur Hauptstrasse mit dem grossen Tempel und dem Qasr al Bint, dem Haupttempel Petras. Das Qasr al Bint ist sehr hoch (ca. 23m) und das besterhaltene freistehende Gebäude der Nabatäer, die ja meistens direkt in den Fels gehauen haben.







Nach einer Stärkung im überteuerten, aber doch ganz leckeren Restaurant wagten wir den Aufstieg zum sogenannten Kloster (Ed Deir), das ebenfalls ein Grab ist und dem Khazne Faraun nachempfunden wurde. Zwar ist es nicht so detailreich, dafür aber das größte Gebäude in Petra. Um dorthin zu kommen muss man 200m in die Höhe gehen und über 800 Stufen bewältigen. Dafür wird man oben mit einem wunderschönen Ausblick belohnt, dem leider kein Foto gerecht wird.







Lustige Schilder gab es auch:






Alles in allem haben wir am ersten Tag in Petra 7h verbracht. Zum Glück hatten wir ja noch den zweiten Tag, denn wir hatten noch lange nicht alles gesehen.

Bei der abendlichen Veranstaltung Petra by Night hatte ich keinen Fotoapparat dabei. Hätte auch nicht viel Sinn gemacht, denn es war ja alles dunkel.

Ich war etwas enttäuscht, denn bevor es richtig angefangen hat, war es auch schon vorbei. Grundsätzlich ist die Idee toll: der ganze Siq wurde mit Kerzen beleuchtet, ebenso der Vorplatz des Khazne Faraun. Dort konnte man sich niederlassen, Tee trinken und der Beduinenmusik lauschen. Die haben allerdings nur zwei Stücke gespielt, dann war es auch schon wieder vorbei. Danach wurde der Generator angeworfen, um den Shop zu beleuchten, und die ganze Stimmung war zunichte. Ich kann es also leider nicht wirklich weiterempfehlen.

Demnächst folgt Petra - Teil 2!