Sonntag, 6. Oktober 2013

... einem Ausflug nach Jerash

Gestern sind eine Mitschülerin und ich nach Jerash gefahren.

Eigentlich wollten wir uns auf das Abenteuer Bus einlassen, da die Busfahrt günstiger als ein Taxi ist. Angekommen am Busbahnhof haben wir aber festgestellt, dass keine Busse da waren. Sofort kam auch der Fahrer eines Servicetaxis auf uns zu (Servicetaxis sind etwas exklusivere Taxis) und fragte, wo wir hinwollen. Für die Fahrt nach Jerash wollte er 10 JD haben, was wir ok fanden, es sind schließlich 40 Minuten Fahrt. Da der Fahrer kein englisch sprach und ich kein Wort verstand, holte er noch einen Hotelfutzi dazu, der auf einmal pro Person 25 JD für Hin- und Rückfahrt verlangte. Nach langer Diskussion einigten wir uns auf 10 JD pro Person. Das wiederum schmeckte ganz offensichtlich dem Fahrer nicht, der erstmal telefonieren ging. Wir fuhren los, und auf einmal hielt er mitten in einem Kreisel hinter einem anderen Auto und meinte, wir sollten umsteigen zum anderen. Es stellte sich dann heraus, dass der andere sein Sohn war und uns fahren würde, während der Vater weiter Geld verdient. Meine Kollegin war etwas unsicher, aber ich dachte mir no risk no fun! :-)

Um es kurz zu machen, es hat alles super geklappt, der Kerl ist auch nicht wie der Henker gefahren und hat uns überpünktlich wieder abgeholt, heimgefahren und vor der Haustür abgesetzt. Wir haben ihm dann noch ein Trinkgeld gegeben. Seine Nummer haben wir auch, falls wir ihn nochmal brauchen. Sowas ist immer nützlich. Vor allem wenn man bedenkt, dass unsere andere Kollegin vorgestern für Hin- und Rückfahrt 55 JD gezahlt hat!

Nun denn, zu Jerash! Eine absolut beeindruckende Ruinenstadt! Sie wurde auch recht gut wiederhergestellt, so dass ich mir wirklich vorstellen konnte, wie die Menschen damals gelebt haben. Jerash ist die antike Stadt Gerasa, die um 63 v. Chr. von Pompejis erobert wurde. Vorher war sie ein Handelsstützpunkt der Nabatäer. Kaiser Hadrian besuchte die Stadt, ihm zu Ehren baute man einen Triumphbogen. Bald danach begann der Niedergang, und während eines grossen Erdbebens im Jahr 747 n. Chr. wurde die Stadt größtenteils zerstört.

Im Eingangsbereich muss man sich erstmal durch einen Bazar zwängen. Der Eintritt kostet angemessene 8 JD. Wir waren insgesamt 3 Stunden auf dem riesigen Gelände und haben das Museum ausgelassen, es lohnt sich also, Zeit mitzubringen, wenn man nicht stressen will. Gutes Schuhwerk ist auch nicht blöd. :-)

Als erstes kommt man zum Hadrianstor. Es hat eine beeindruckende Grösse, war früher wohl an die 21m hoch (heute wären das neun Stockwerke!). Die erreicht es zwar nicht mehr, aber es ist immer noch gross genug und so reich verziert, dass es mich staunen liess.




Auf der linken Seite liegt das Hippodrom, in dem auch heutzutage noch Wagenrennen und Gladiatorenkämpfe für die Touristen stattfinden. Ich fand es ziemlich gross, aber für römische Verhältnisse gehört es mit ca. 15`000 Plätzen wohl zur eher bescheidenen Kategorie. :-)




Dann läuft man weiter zum Südtor, das dem Hadrianstor nachempfunden ist, einfach kleiner. Gleich daneben befindet sich die Werkstätte einer Olivenpresse, die man sogar auch noch sehen kann.


Die Olivenpresse

Wenn man den Blick nach oben richtet, sieht man den Zeustempel und das Südtheater. Von dort hat man einen wunderbaren Blick auf das Ovale Forum, von dem die Hauptstrasse abgeht. Im Südtheater haben zwei Männer Dudelsack und Trommel gespielt, etwas derart unpassendes habe ich wirklich selten erlebt, aber irgendwie waren sie noch gut! Wen es interessiert, ich hab ein kurzes Video gedreht. :-)






Die Hauptstrasse, der Cardo Maximus, ist mit Säulen gesäumt und an Kreuzungen unterteilt mit Tetrapylonen. Foto siehe unten. Es gab kleine Läden an der Strasse, und auf dem Boden kann man noch die Spuren der vielen Wagenräder erkennen, die die Strasse entlang gefahren sind.




Sehr schön war auch das Nympheum, der Wasserspeicher. Es ist wunderschön verziert.



Und nun zu meinem persönlichen Höhepunkt: dem Artemistempel! Dabei haben sich die Architekten wirklich was überlegt. Durch ein Tor steigt man viele Treppen hoch, und nach und nach sieht man den Tempel vor sich. Sehr beeindruckend, vor allem auch weil der Tempel ursprünglich riesengross war. Ich konnte mir gut vorstellen, dass das für die Menschen damals genauso, wenn nicht noch beeindruckender gewesen sein muss. Tolle Erfahrung!

Eingangstor zum Artemistempel

Blick zurück zum Tor von der mittleren Terrasse aus

Blick auf das Tempelareal (links die abgrenzenden Säulen!)



Das Allerheiligste


Zum Schluss ging es noch zum Nordtheater, das etwas kleiner ist als das Südtheater und in dem grad eine Schulklasse lautstark die Akustik austestete, weshalb wir da lieber schnell geflüchtet sind. :-)

Ausserdem konnte man einen Blick auf das Forum werfen, das aber noch nicht ausgegraben wurde.




Hinter den Säulen liegt das Forum


Danach haben wir uns erfolgreich mit Ahmad auf den Heimweg gemacht. :-)

Kommentare:

  1. wow das gseht so mega us... bi scho chli ifersüchtig!!! Gnüss es! und vo Petra gits scho nah föteli, gäll!!! :-)

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  2. Na sicher!! Nach Petra fahren wir aber erst Mitte nächster Woche. Petra kriegt einen eigenen Eintrag und ich werde Dich namentlich erwähnen! :-)

    Jerash hat mich wirklich sehr beeindruckt, was wird mir dann erst in Petra passieren...

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  3. Wie schön!!!! Ach ja... ich bin auch gerade ein bisschen neidisch... Und auch noch dazu lustiger Einstieg ins Abenteuer. Ich kenne solche Taxigeschichten aus Indien... Freue mich schon auf den nächsten Eintrag (no pressure ;) ) HDL!!!!!

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  4. :-) juhuu namentlich erwähnt, ich freu mich!!!

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  5. Wow, das ist mega beeindruckend! Der Tempel war ja riesig! Und wie es scheint, wart ihr da fast alleine. So machen Sehenswürdigkeiten Spass!

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  6. Ich sag dir eines Elisabeth, wenn du von Jerash beeindruckt warst, dann warte erst auf Petra, denn das Gelände ist noch riesiger und beeindruckender. Das berühmte erst Tor ist nur der Anfang. Will nicht zu viel jetzt verraten, du wirst es ja dann sehen. Nähmt ein paar Stifte mit, denn da rennen viele Kinder von den Beduinen rum und fragen nach Bleistiften. Wenn ihr ihnen was gibt lassen sie euch danach in Ruhe, sonst rennen die euch den ganzen Tag lang hinterher. Viele Grüsse.

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  7. Cool, danke für den Hinweis mit den Bleistiften! Werden wir machen. Wir haben ja zum Glück zwei Tage für Petra, da müssen wir nicht so hetzen.

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