Samstag, 12. Oktober 2013

... einem Tagesausflug mit Überraschungseffekt

Am Freitag war der erste Ferientag. Um 9h wurden wir abgeholt und es ging los auf den Weg nach Kerak, einer Kreuzfahrerburg aus dem 12. Jahrhundert. Sie liegt auf halber Strecke von Amman nach Petra, also Richtung Süden. Auf Wunsch hier ein Kartenausschnitt:




Als erstes wurden wir von einem selbst ernannten Führer mit prominenten Körpergeruch abpasst. Immerhin hat er geholfen, uns ein bisschen zu orientieren, aber das wars dann auch schon. Nachdem wir ihn losgeworden waren, haben wir uns das Gelände nochmal selbst in Ruhe angeschaut. Ich war natürlich völlig aus dem Häuschen als ich gemerkt habe, dass man in wirklich jedes Loch kriechen un durch jede Öffnung treten kann. Wo darf man das heutzutage schon?! Habe das dann auch exzessiv ausgenutzt, die anderen beiden sind z. T. dann schonmal vorgegangen. :-)

Die Burg ist ziemlich gut erhalten, vor allem die Innenbereiche wie die Küche, in der die Decke schwarz geräuchert war, diverse Wohnräume, die Ställe, Gefängniszellen und der Festsaal. Ich konnte mir sehr gut vorstellen, wie Rainald de Chatillon dort die Hochzeit seiner Tochter gefeiert hat, während Saladin die Burg belagert hat.

Die strategische Lage ist perfekt, man sieht ein anrückendes Heer bestimmt eine Woche, bevor es tatsächlich eintrifft. Ich lasse die Bilder für sich sprechen.


Blick auf den Donjon

Blick vom Donjon auf den älteren Teil der Burg

Festsaal (unter ihm befindet sich ein zweiter)

Küche

Backofen

Ställe von innen mit Katapultgeschoss


Ställe von aussen


Wiederverwendetes Material der Nabatäer -
hier ein Soldat mit Speerspitze


Blick vom Donjon Richtung Israel

Nach einem kurzen Mittagessen entschlossen wir uns spontan, statt dem Desert Highway (auf der Karte die rechte gerade Autobahn) die Kings Road über Madaba zu nehmen (auf der Karte die linke verschlungene Strasse), um uns in Madaba das berühmte Mosaik anzuschauen. Unser Fahrer zögerte kurz, erklärte sich dann aber einverstanden. Erst verstanden wir sein Problem nicht, aber kurz darauf dann schon, denn es zeigte sich die folgende Aussicht:




Das Wadi Mujib, sozusagen der Grand Canyon von Jordanien, ein Naturreservat. Die Bilder geben die grandiose Landschaft leider nicht adäquat wieder. Wirklich sehr beeindruckend! Man kann auch an Trekkingtouren teilnehmen. Leider werden wir dafür wohl keine Zeit haben, wäre aber ein Grund, zurückzukommen!

Der Weg führte bis hinunter zum Staudamm und auf der anderen Seite wieder zurück nach oben. Unser Fahrer war wirklich super, keine Raserei, Bremsen mit der Motorbremse, alles in allem ein wirklich vorsichtiger und umsichtiger Fahrer.

Hier noch der Blick von der anderen Seite des Wadi:





Angekommen in Madaba haben wir noch den kleinen Abstecher in die St. Georgskirche gemacht, in der sich eins der ältesten Mosaike der Welt befindet (mittleres 6. Jahrhundert n. Chr.) und auf dem eine Abbildung des Heiligen Landes, von Jerusalem und dem Toten Meer zu sehen ist.








1 Kommentar:

  1. Echt krass! Ein paar von deinen Bildern erinnern mich wirklich an das Grand Canyon. Es war so schön dort! Kann mir gut vorstellen dass man ähnlich am Wadi Mujib empfindet... Muss da irgendwann mal hin!

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