Donnerstag, 18. September 2014

... Ransom Riggs: Die Insel der besonderen Kinder

Gerade habe ich das folgende Buch fertig gelesen, und solange meine Erinnerung noch frisch ist, möchte ich euch an meinen Gedanken dazu teilhaben lassen:


"Die Insel der besonderen Kinder"
Autor: Ransom Riggs


Das sagt der Klappentext:
"Die Insel. Die Kinder. Das Grauen. Bist Du bereit für dieses Abenteuer?

Manche Großväter lesen ihren Enkeln Märchen vor – doch was Jacob von seinem hörte, war etwas ganz, ganz anderes: Abraham erzählte ihm von einer Insel, auf der merkwürdige Kinder mit besonderen Fähigkeiten leben – und von den Monstern, die auf der Suche nach ihnen sind. Inzwischen ist Jacob ein Teenager und glaubt nicht mehr an die wunderbaren Schauergeschichten. Bis zu jenem Tag, an dem sein Großvater unter mysteriösen Umständen stirbt …"

Zur Handlung:
Jacobs Grossvater erzählt ihm von seiner Jugend, wie er als Waise auf eine Insel in Wales kam, auf der die "Besonderen Kinder" leben. Das Leben dort schildert als Paradies. Aber er erzählt auch von der dunklen Seite, von den Monstern, die die Kinder verfolgen. Je älter Jacob wird, desto unwahrscheinlicher erscheinen ihm diese Geschichten, zumal der Grossvater auch immer paranoider wird. Als Jacob nach einem verstörenden Anruf nach seinem Grossvater sehen möchte, findet er diesen sterbend im Wald, mit tiefen Wunden, die Klauen gerissen haben. Mit seinen letzten Worten gibt er Jacob zu verstehen, dass er sich auf die Insel begeben müsse. Jacob nimmt der Tod seines Grossvaters sehr mit, und er geht bei einem Therapeuten in Behandlung, der ihm empfiehlt, tatsächlich die Insel aufzusuchen. Jacob reist also mit seinem Vater nach Wales.

Mehr will ich von der Handlung nicht erzählen, sonst gebe ich zuviel preis. 

Meine Meinung:
Ransom Riggs hat in sein Buch viele alte Sammlerfotos eingebaut, die die Handlung illustrieren. Diese sind z.T. recht unheimlich, aber auch faszinierend. Manche sind eindeutig bearbeitet, so dass zum Beispiel die Illusion entsteht, dass ein Mensch in einem Glas steht oder wie auf dem Titelbild ein Mädchen über der Erde schwebt.

Mir erscheint, die Geschichte ist erst um die Fotos herum entstanden. Das hätte auch gehörig in die Hose gehen können, denn auf Teufel komm raus eine Geschichte um Fotos herum zu konstruieren kann gewollt wirken. Der Autor schafft es aber, dass eine schlüssige Handlung entsteht, die durch die Fotos zusätzlich illustriert wird.

Es handelt sich hier um ein Jugendbuch, das darf man nicht vergessen. Wer jetzt also Grusel oder gar Horror auf höchstem Niveau erwartet, wird enttäuscht sein. Auch sind die Figuren nicht allzu komplex, sondern eher einfach.

Dennoch finde ich die Geschichte fesselnd, ich möchte gerne wissen, wie es weitergeht mit Jacob und den besonderen Kindern. Was ich sehr gut fand, war, dass Jacob vom Tod seines Grossvaters richtig traumatisiert war - ich weiss, das hört sich jetzt schräg an, aber ich fände es sehr unbefriedigend, wenn er einfach kurz geheult und dann normal weitergemacht hätte. Was mir dann weniger gefallen hat, war, dass er die Vorkommnisse auf der Insel mehr oder weniger so aufgenommen hat, als wäre das alles normal. Und das ist es natürlich nicht. Hier fehlt mir also ein bisschen der Tiefgang. 

Das Buch ist packend geschrieben und liest sich sehr schnell. Was ich vorher nicht wusste: dies ist der Auftakt zu einer Reihe. Das Ende ist offen.

Der Nachfolgeband "Hollow City" ist bereits im Januar 2014 auf englisch erschienen. Gemäss dem Blog "Wortwanderei" wird der zweite Band wohl vorerst nicht auf Deutsch erscheinen, da der Verlag, der die Übersetzung anbot, in Konkurs gegangen ist. Damit werde ich mir die Fortsetzung auf englisch auf den Kindle laden.

EDIT 29.1.2015: Das Buch wurde übersetzt und ist seit gestern beim Knaur Verlag erhältlich!

Zuerst dachte ich, dass Ransom Riggs ein Pseudonym ist, aber auf seiner Website besteht der Autor darauf, dass dies sein echter Name sei - ich glaube, seine Eltern hatten eine eigene Art von Humor...

Ich kann "Die Insel der besonderen Kinder" also gerne empfehlen, wenn man gerade nicht anspruchsvolle Unterhaltung braucht, aber Lust auf ein spannendes Buch hat.










Kommentare:

  1. Sounds like a story that I would enjoy, thanks for the review!

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  2. I really liked it. The title in English is Miss Peregrine's Home for Peculiar Children.

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