Donnerstag, 16. Oktober 2014

... Ken Follett: Kinder der Freiheit

Ken Follett gehörte mit "Die Säulen der Erde" in meiner früheren Jugend zu meinen absoluten Lieblingsautoren. Sehr gerne habe ich auch "Der dritte Zwilling", "Die Nadel" und seine anderen historischen Romane wie "Die Brücken der Freiheit" und "Die Pfeiler der Macht" gelesen. "Die Tore der Welt", den Nachfolger von "Die Säulen der Erde", fand ich dann schon etwas schwächer, aber Ken Follett hat mich mit dem Beginn der Jahrhundertsaga, "Sturz der Titanen", wieder versöhnt. "Sturz der Titanen" behandelt die Geschichte von Personen aus England, Deutschland, Russland und den USA zur Zeit des ersten Weltkriegs. Danach folgte der ebenso starke zweite Teil der Saga, "Winter der Welt", der sich mit der nachfolgenden Generation der Hauptpersonen aus dem ersten Teil während des zweiten Weltkriegs befasst. Nun kam also der dritte Teil heraus, in dem es um die dritte Generation geht und die Jahre zwischen dem Bau der Berliner Mauer bis zu ihrem Fall behandelt.


"Kinder der Freiheit"
Autor: Ken Follett
Das sagt der Klappentext:
Berlin, 1961: Rebecca Hoffmanns Welt in Ostberlin scheint in Ordnung zu sein – bis sie durch Zufall erfährt, dass der eigene Mann sie seit Jahren im Auftrag der Stasi bespitzelt. Als sie ihn zur Rede stellt, begeht sie einen verhängnisvollen Fehler, den sie und ihre Familie ihr Leben lang bereuen sollen ...
Boston, 1961: In den USA bekommt George Jakes am eigenen Leib zu spüren, was es bedeutet, ein Farbiger zu sein. Als Vertrauter von Justizminister Robert Kennedy erlebt er hautnah den Kampf der Bürgerrechtsbewegung gegen Rassismus, Intoleranz und Ungerechtigkeit ... Auch Cameron Dewar kämpft unbeirrt für seine Überzeugungen. Als Agent muss er sich in einer Welt aus Täuschung, Lügen und Intrigen zurechtfinden, in der nichts ist, wie es zu sein scheint, nicht einmal an den Schalthebeln der Macht ...
Ken Follett spannt mit seiner spannenden Familiensaga einen gekonnten Bogen zwischen den großen Freiheitsbewegungen in den USA, in Russland und vor allem in Deutschland, der seinen Höhepunkt im Jahre 1989 erfährt, mit dem Fall der Mauer.



Meine Meinung:
Ich muss sagen, ich bin etwas zwiegespalten. Zum einen fand ich das Buch emotional sehr ansprechend. Zum anderen ist es vor allem im Vergleich mit den Vorgängern recht an der Oberfläche geblieben. Vielleicht hat sich Herr Follett da etwas zuviel vorgenommen? Der Fokus war für meinen Geschmack zu stark auf Amerika, ich hätte mir mehr von der deutschen Geschichte gewünscht, eventuell auch mehr von der englischen Geschichte. Die Figuren waren wie so oft bei Ken Follett viel zu viel vom Glück geküsst (natürlich machen alle die steilsten Karrieren, sowohl in der Politik, als auch als Rockstar...) und dabei aber zu sehr damit beschäftigt, miteinander zu kopulieren. Ich meine, Sex war bei Ken Follett immer ein Thema, und das ist ja auch völlig in Ordnung (hey, ich bin schliesslich Song of Ice and Fire Fan!), aber hier hat das ganze wirklich Überhand genommen und die ganzen geschichtlichen Geschehnisse, die ja nun das wirklich Interessante am ganzen Buch sind, etwas verdrängt.

Wieso hat mich das Buch dann trotzdem emotional berührt? Als am Schluss die Mauer fiel, habe ich mich an die Bilder erinnert, die ich damals im Fernsehen verfolgt habe (ich war zwar noch jung, kann mich aber noch dran erinnern), und da kamen Emotionen hoch... Menschen, die sich 20 Jahre oder länger nicht mehr gesehen haben und sich in die Arme fallen, überhaupt, dass man Menschen einsperren musste, um sie im Land zu halten, und wie sie dann auf einmal über den Checkpoint laufen konnten, ohne aufgehalten oder erschossen zu werden, und das feierten, das war und ist auch heute noch sehr bewegend.

Es ist sicher ein lesenswertes Buch, vor allem als Abschluss der Jahrhundertsaga. Wenn man sich wirklich für diese Epoche interessiert, muss man sich dann aber noch weiter einlesen. Von den drei Bücher, die das 20. Jahrhundert behandeln, finde ich es allerdings am schwächsten.

Kommentare:

  1. I don't often read historic novels, but this story does sound captivating.

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  2. It is, but the other books are better. But I find it really good that someone writes about the 20th century in that way - I don't know any other author who did it like that.

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