Montag, 17. August 2015

... Lesen: "Grimms Erben" von Florian Weber

Mit ist letztens brennend heiss aufgefallen, dass das Jahr schon über die Hälfte vorbei ist, ich habe noch keine einzige Buchrezension veröffentlich habe - Schande über mein Haupt! Ich muss auch ehrlich sagen, dass mich keins der Bücher, die ich dieses Jahr bisher gelesen habe, aus den Socken gehauen hat (die A Song of Ice and Fire natürlich ausgenommen) - bis ich das hier las!

Das Buch, das ich heute vorstelle, lag sehr lange auf meiner Wunschliste (ich wollte kein Harcover kaufen) und dann lag es sehr lange auf meinem Sideboard. Der Grund: Das Buch ist teilweise im Präsens geschrieben. Und ich hasse Bücher im Präsens. Doch zunächst zu den harten Fakten:


"Grimms Erben"
Autor: Florian Weber

Das sagt der Klappentext:
Zacharias gelingt 1943 die Flucht aus dem Warschauer Ghetto, wo sein Bruder, ein Märchenerzähler, grausam ermordet wurde. Nach Kriegsende zieht er sich völlig zurück und lebt in einer Holzlaube im Garten, wo er sich mit seiner Märchenbibliothek eine eigene und wunderbare Welt erschaffen hat. Bis er nach Jahrzehnten erfährt, dass er einen Enkel hat, August, der ihm zur Obhut übergeben wird. Dann plötzlich verschwindet Zacharias und hinterlässt eine seltsame Botschaft.

Der Romanerfolg vom Schlagzeuger der Sportfreunde Stiller.


Meine Meinung:
Um ehrlich zu sein, hat mich der Zusatz "Sportfreunde Stiller" erstmal etwas abgeschreckt, ich bin kein Fan der Band und hatte leider das Vorurteil, dass das ja deswegen nichts sein kann - ein Pseudopromi, der versucht einen Roman zu schreiben - njet! Aber die einhellig sehr guten Rezensionen und der interessante Plot haben mich dann doch dazu bewegt, das Buch zu kaufen. Bis ich reingeblättert habe und wie gesagt gesehen habe, dass es im Präsens geschrieben ist. Ich mag das nicht. Ich kann mich nicht reinfühlen, es macht mich nervös, ich kann mich nicht entspannen. Zumindest dauert es ewig, bis ich mich daran gewöhnt habe.
Naja, da ich das Buch nunmal hatte, habe ich mich dann doch irgendwann dazu durchgerungen, es anzufangen. Und ich bin sehr froh darüber! Denn:
Das Präsens stört gar nicht. Irgendwie passt es zur Geschichte. Und am Anfang des Buches ist es auch noch in der Vergangenheit geschrieben - ein fliessender Übergang also.
So, nun aber zu meiner Meinung zu dem Buch: Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Die Geschichte beginnt mit Ignaz Buchmann, der während des zweiten Weltkriegs versehentlich im Warschauer Ghetto landet und ihm das, wie man schon annehmen kann, nicht besonders gut bekommt. Ignaz ist selbsternannter Autor, und ein paar seiner Geschichten kann man auch lesen - Geschichten in der Geschichte sozusagen. Dann gibt es einen Sprung zu seinem Bruder Zacharias, der erfährt, dass er einen Enkel hat, den er ab sofort grossziehen muss. Eines Tages verschwindet Zacharias, und man verfolgt nun die Geschichte seines Enkels August, ein recht wunderlicher Kerl, aber bei der Erziehung kein Wunder. Und schliesslich am Schluss der Weg von zwei Nordlichtern ins tiefste Bayern. Wie das alles zusammenhängt, will ich natürlich nicht verraten. Es geht um die Einhaltung eines Schwurs, darum, wie man mit seinen Mitmenschen umgeht, Kriegsverbrechen und Vorureile, aber immer mit einer gesunden Prise Humor. Und dazu noch die tollen Illustrationen, weshalb ich auch empfehlen würde, das Buch zu kaufen und es nicht auf dem Kindle zu lesen:


Meine Empfehlung: Gleich in die nächste Buchhandlung, kaufen, loslegen! Es lohnt sich sehr und ich bin froh, dass ich über meinen Schatten gesprungen bin und es gelesen habe - eine ganz zauberhafte Geschichte.

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